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"Früher habe ich viel Whisky getrunken
und Zigaretten geraucht."
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"Man konnte nie sagen, was am nächsten Tag passieren würde. Seit Jahren tobt im Norden des Landes ein Bürgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen . Ich habe mit meiner Familie in Colombo gelebt. Bei einem Racheakt von Singhalesen wurden bei uns in Colombo viele Häuser zerstört und Menschen umgebracht. Da wir Tamilen sind, blieb auch unser Haus nicht verschont, so dass wir fliehen mussten."
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![]() Seit etwa drei Jahren engagien sich Francis und Cecelya Thurairajah in der christlich-religiösen Gemein- schaft "Jesus kommt". |
Francis Thurairajah kam 1984 nach Münster. Zwischen 1985 und 1987 folgten ihm seine Kinder und seine Frau. Zunächst bekam er keine Arbeitserlaubnis, war auf Sozialhilfe angewiesen und wurde zu sozialen Diensten herangezogen. Für 1,50 DM Stundenlohn arbeitete er auf öffentlichen Anlagen wie Sportplätze und Schwimmbäder. Erst sieben Jahre nach seiner Einreise erhielt er eine Arbeitserlaubnis und hatte dann verschiedene, schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs. Auch in seiner jetzigen Anstellung in einem Hotel verdient er nicht besonders viel. Francis Thurairajah ist einundsechzig und wird in einigen Jahren in Rente gehen. |
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"Zum Leben wird das Geld dann nicht mehr reichen, und ich werde auf Sozialhilfe angewiesen sein. Die Landesversicherungsanstalt hat ausgerechnet, daß ich 194 DM Rente bekommen werde. In Sri Lanka ging es mir finanziell viel besser. Dort war ich Unternehmer. Ich hatte ein Auto und habe Touristen gefahren. In guten Monaten habe ich 10.000 Rubel pro Woche verdient, viel mehr, als man dort zum Leben benötigt. Als der Krieg kam, war alles weg." Francis Thurairajah wünscht sich nichts so sehr wie Frieden in seinem Land. Er hat sich zwar an Deutschland gewöhnt, trotzdem vermisst er seine Heimat. Jedoch haben sich seine Kinder hier eingerichtet und wollen nicht mehr zurückkehren. Ein Sohn hat bereits die deutsche Staatsangehörigkeit. | |
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"Deutschland ist gut. Die Leute sind gut. Alles ist gut. Aber in meinem Land ist es besser. Dort ist der Zusammenhalt größer. Freunde und Verwandte von uns leben dort. Man kann auf die Straße gehen und trifft immer jemanden zum Reden, Essen oder Teetrinken. Das fehlt mir in Deutschland. Allein das Wetter ist in Sri Lanka viel schöner. Meine Frau möchte lieber hier bei ihren Kindern bleiben, aber ich habe sehr oft Heimweh. Sri Lanka ist meine Heimat. Und dort möchte ich sterben." |
![]() Langeweile hat Francis Thurairajah nicht. Seine Kinder und Enkelkinder sind fast täglich zu Besuch. |
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Trost und Hoffnung findet Francis Thurairajah in der christlich-religiösen Gemeinschaft "Jesus kommt", die weltweit unter dem Namen "Maranatha Gospel Ministry" verbreitet ist. Schon in Sri Lanka waren er und seine Frau in der Religionsgemeinschaft aktiv. Das Engagement ist zu einem wichtigen Lebensinhalt geworden. Oft gehen sie von Haus zu Haus und erzählen den Menschen von ihrem Glauben. In ihrer "Kirche" werden regelmäßig Messen gefeiert. Francis Thurairajah und seine Frau haben dort viel Kontakt, auch zu Deutschen. Einsam und ausgegrenzt fühlen sie sich nicht. "Früher habe ich viel Whisky getrunken und Zigaretten geraucht. Seitdem ich in der Gemeinschaft bin, mache ich das nicht mehr." | |